Menschen im Sportservice – Daniel Devigili

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Wir befinden uns im Olympiazentrum – genauer gesagt im Heeressportzentrum, das im Olympiazentrum stationiert ist und treffen Daniel Devigili. Wer steckt hinter der Person? Was macht er im Sportservice? Welche Geschichte hat er zu erzählen? Was sind die sportlichen Highlights seines Lebens? Wir haben nachgefragt.

 

Stell dich bitte kurz vor – wer bist du? Was machst du hier im Sportservice?

Mein Name ist Daniel Devigili. Kurzvorstellung – ich bin in einem guten Alter, in dem man schon ein bisschen Lebenserfahrung mitbringt (lacht). Ich leite das Heeresleistungssportzentrum, das hier im Olympiazentrum eingemietet ist. Ich bin verantwortlich für alle administrativen Abläufe und leite auch die eine oder andere Sporteinheit für die Bundesheer-Leistungssportler.

 

Wie läuft dein Arbeitsalltag ab?

Ich habe mir mittlerweile angeeignet, nur vier Stunden zu schlafen (lacht). Mein Arbeitstag beginnt um 07.30 Uhr. Das Erste, was ich täglich mache, ist zu prüfen welche Sportler im Haus und welche unterwegs auf Wettkämpfen etc. sind. Anschließend erstelle ich den Tagesplan und prüfe ob alle Sportler gut versorgt und ausgelastet sind. Dann geht es meistens schon an die Trainingseinheiten. Dienstschluss 16.30 Uhr.

 

Was gibt es über dich zu erzählen? Was hast du für einen sportlichen Hintergrund?

Die Nummer eins in meinem Leben ist meine Familie. Sie prägt mich sehr. Dann kommen mein Beruf und der Sport. Ich habe früher eineinhalb Jahrzehnte Karate als Leistungssport betrieben. 1991 war ich bereits hier in diesem Haus – dazumal bin ich als Grundwehrdiener eingerückt. Seit damals bin ich eigentlich fast täglich im Haus und habe hier schon einiges miterlebt. Zudem trainiere ich als Bundestrainer den Nachwuchs (U16 – U21) in Österreich.

 

Du hast deine Karate-Karriere jetzt nur kurz erwähnt. Dahinter stecken meines Wissens aber sehr große Erfolge.

Bis zu meinem 15. Lebensjahr war ich im Skirennsport intensiv unterwegs. Durch Zufall kam ich dann zum Karatesport. Die Grundvoraussetzung hab ich mir als Kind angeeignet. Meine Karate-Karriere begann eigentlich unbewusst, indem ich früher jahrelang einen Ball an die Hausmauer ‚gedrescht‘ habe. Dadurch wurde ich in meinen koordinativen Fähigkeiten gut geschult. 1994 wurde ich auf der schönen Insel Borneo in Malaysia Weltmeister in der Gewichtsklasse -75 Kg. Das wollte ich dann nochmal wiederholen, habe sehr hart an mir gearbeitet und wurde 2002, acht Jahre später, dann Vizeweltmeister in Madrid. Meine aktive Karriere habe ich 2004 mit einem Highlight, dem Sieg bei den US Open in Las Vegas, beendet.

 

Wie bist du damals zu deinem jetzigen Job gekommen?

Nachdem ich 1991 als Bundesheerleistungssportler eingerückt bin, musste ich acht Monate später wieder abrüsten. Ich habe anschließend diverse Ausbildungen beim Heer gemacht und bin 1995 dann wieder ins Heeressleistungssportzentrum gekommen. Ich habe weitere Ausbildungen absolviert – mit dem Gedanke im Hinterkopf, das Zentrum einmal zu übernehmen. Der damalige Chef – Vizeleutnant Janosch Kondert, hat mich dabei sehr unterstützt und aufgebaut, sodass ich dann alles nahtlos übernehmen konnte. Das war im April 2000.

 

Was verbindest du mit dem Olympiazentrum?

Wir versuchen gemeinsam Sportler über diese Fördereinrichtung zu unterstützen. In dieses System oder diesen Ablauf der Unterstützung durch das Heer sehe ich mich inkludiert. Dass die Sportler einen Beruf haben, dass sie finanziell abgesichert sind, profimäßig trainieren können und die Leistungen des Olympiazentrums in Anspruch nehmen können. Wenn das nicht wäre, wäre es für viele Sportler lediglich möglich, am Abend zu trainieren, was im Leistungssport nur schwer vorstellbar ist.

 

Welche Interessen hast du neben dem Sport?

Ich bin sehr gerne in der Natur. Dort muss ich mich nicht unbedingt sportlich auspowern oder bewegen, sondern kann es auch intensiv genießen. Ich verbringe außerdem sehr gerne Zeit am Meer. Egal ob am Meer, im Meer oder unter dem Meer (lacht).

Was ich noch erwähnen möchte ist die alte Leidenschaft, der Skirennlauf. Hat wieder was mit Sport zu tun, ich weiß. Aber hier kommt einfach Leidenschaft auf – vor allem wenn es z.B. um den Weißen Ring geht.

 

Liegt dir etwas am Herzen, was du den Lesern noch mitgeben möchtest?

Was ich mir im Zuge meiner Tätigkeit oft wünschen würde ist, dass der Sport ein bisschen mehr Gleichberechtigung erfährt. Es gibt ganz wenige ‚Primetime‘-Sportarten, bei denen die Athleten Helden sein dürfen. Und dann gibt es Athleten die unglaublich viel trainieren, ganz charakterstarke Typen sind und sich enorm aufopfern für ihr Ziel. Das sind Athleten, die gewinnen z.B. einen Gesamtweltcup. Aber weil sie in einer Sportart aktiv sind, die nicht im Fokus der Aufmerksamkeit steht, verschwinden sie oft in der Versenkung. Denen gebührt Aufmerksamkeit und vor allem Anerkennung. Das würde ich mir vor allem von den Medien oder von Sponsoren etc. wünschen.

 

Wordrap

 

  • Siege – erlangt man sehr gerne
  • Niederlage – prägen den Charakter
  • Training – leidenschaftlich gerne
  • Sport – viel Emotion
  • Lebensmotto – lebe gut, bescheiden und anständig
  • Innerer Schweinehund – dem kann ich das Leben zur Hölle machen
  • Natur – Oase die Kraft gibt
  • Reisen – super Sache egal mit wem
  • Stärken – Flexibilität
  • Schwächen – muss ich lange nachdenken…. vergesslich zu sein
  • Vorbild – habe ich viele

 

 

  • Wer wärst du gerne für einen Tag? Antwort von der Redaktion zensiert (Redaktion lacht)!

 

  • Die wichtigste Erfindung der Menschheit? Das Rad.

 

  • Ein guter Tag beginnt mit? Einem Frühstück in Ruhe.

 

  • Was kannst du überhaupt nicht ausstehen? Intrigen, Falschheit, Gerede.

 

  • Wenn du ein Superheld sein könntest, welche Superkraft würdest du wählen? Fliegen (das träume ich oft und auch sehr realistisch).

 

  • Wenn du wählen könntest, jetzt an irgendeinem Ort dieser Erde zu sein, wo wärst du? In Fraxern, in meinem Haus, auf meiner Hollywood Schaukel. Hört sich sehr nach Opa an!

 

  • Wovon bekommst du Gänsehaut? Wenn sich jemand über etwas freut. Egal ob im Sport oder sonst.

 

  • Wenn du nicht Leiter des Heeressportzentrum wärst, welchen Beruf würdest du dann ausüben? Kampfjetpilot!

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