Dr. Marc Sohm – unser Sportarzt im Interview

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Seit 17.02.2014 gibt es im Landessportzentrum Dornbirn das ‚Sportmedizinische Institut Olympiazentrum Vorarlberg‘, das zur Durchführung sportmedizinischer und -klinischer Untersuchungen sowie Leistungsdiagnostik von Sportlern aus Vorarlberger Landes- und Förderkadern sowie Mannschaftsspitzensportvereinen dient. Das Institut steht unter der ärztlichen Leitung von Dr. Marc Sohm. Er gab uns ein Interview über die Bedeutung von ärztlicher Betreuung während dem Training und bei Sportverletzungen bzw. über sein Fachgebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

 

 

Welche Neuerungen hat das Sportmedizinische Institut mit sich gebracht? Was genau sind deine Hauptaufgaben und wer sind deine Patienten?

 

Nachdem das Sportmedizinische Institut Olympiazentrum Vorarlberg nun als erstes offizielles sportmedizinisches Ambulatorium in Vorarlberg bewilligt und auch registriert ist, können die Vorarlberger Spitzensportler auf noch professionellere medizinische Rahmenbedingungen zurückgreifen. Es wurde eine offizielle, zentrale Anlaufstelle für den Vorarlberger Spitzensport geschaffen, welche in dieser Art und Weise vorher nicht existiert hat.

 

Zu meinen Hauptaufgaben gehören einerseits die Koordination und Steuerung der medizinischen Betreuung unserer Kaderathleten und andererseits die sportmedizinische Leistungsdiagnostik. Dazu gehört auch eine rasche Diagnose und ein zeitnaher Behandlungsbeginn nach Verletzung oder Erkrankung sowie enge Zusammenarbeit mit medizinischen Spezialisten aus verschiedenen Disziplinen.

 

 

Du kannst auf 10 Jahre Bundesligaerfahrung als aktiver Judoka zurückblicken und bist nebenbei Obmann im ULZ Hohenems Judo Vorarlberg. Wie ausschlaggebend ist dieser Hintergrund in deinem Job bzw. im Umgang mit den Sportlern?  

 

Als ehemaliger Leistungssportler kann ich mich gut in die Lage der Sportler hineinversetzten und bei dem ein oder anderem Problem selbst mitreden, da ich damals mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatte. Ich war selbst Teil der Vorarlberger Sportfamilie und freue mich sehr, dass ich nun im Olympiazentrum Vorarlberg mitarbeiten kann und so wieder mehr Kontakt mit Vorarlbergs Spitzensportler habe.

 

Aus ähnlichen Gründen habe ich auch vor einigen Jahren das Amt als Obmann des Union Judo Leistungszentrums Vorarlberg übernommen und hoffe, dass ich als ‚Kenner der Szene‘ viel Positives bewegen kann um den Sport in Vorarlberg weiterzuentwickeln und auf ein noch höheres Niveau zu bringen.

 

 

Warum sind gesundheitliche Checks bei Sportlern so wichtig? Was wollen ‚gesunde‘ Sportler von dir?

 

Regelmäßige sportmedizinische Untersuchungen sind für Spitzensportler bzw. Kaderathleten essentiell da sowohl der Leistungsstand bestimmt wird, als auch ein Stärken/Schwächen Profil erarbeitet werden kann, um sich dann anhand der Ergebnisse sportlich weiterzuentwickeln. Gerade bei gesunden, leistungsfähigen Sportlern spielt die regelmäßige sportmedizinische Leistungsdiagnostik eine zentrale Rolle in der Trainingsplanung und Trainingssteuerung. Themen wie Optimierung der Vorwettkampf-, Wettkampf- und Nachwettkampfphase sowie die Regeneration werden besprochen und diskutiert.

 

 

Am Beispiel Markus Schairer haben wir gesehen wie schnell Diagnose und Therapie nach Verletzungen während der Saison erfolgen müssen. Was ist die besondere Herausforderung in solchen Situationen?

 

Bei Markus war es wichtig nach der ernsten Schulterverletzung vor den Olympischen Spielen keine Zeit zu verlieren und schnell zu einer exakten Diagnose mit zeitnaher Therapie zu kommen. Auf Grund der engen und professionellen Zusammenarbeit der einzelnen Disziplinen hier im Olympiazentrum konnte der Heilungsprozess deutlich beschleunigt werden.

 

Die Herausforderung bei solchen Geschichten ist die schnelle und koordinierte Abstimmung der einzelnen Disziplinen wie Sportmedizin, Physiotherapie, Massage und Trainingswissenschaft, um den Sportlern ein möglichst zielgerichtetes aber stressfreies Rehabilitationsprogramm anbieten zu können. Markus hat sicher von der sehr gut eingespielten Struktur im Olympiazentrum Vorarlberg maximal profitieren können und sich somit seinen Start bei den Spielen in Sotchi gesichert.

 

 

Du hast gerade die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Teildisziplinen angesprochen. Wie läuft das Zusammenspiel hier im Olympiazentrum Vorarlberg ab?

 

Nach einer Verletzung stehen die rasche und exakte Diagnose sowie der sofortige Behandlungsbeginn im Vordergrund. Jede Verzögerung bedeutet eine Verzögerung beim Wiedereinstieg in den Trainings- oder Wettkampfprozess. Fehlende Trainingstage oder Wettkampfeinsätze vermindern die Erfolgschancen. Bei einem Spitzensportler müssen wir im Sportservice viele Komponenten koordinieren (z.B. Trainer von Verband, Sparte, Athletik, Technik, etc.). Essentiell ist für Spitzensportler dabei die laufende Abstimmung zwischen Sportmedizin, Physiotherapie und Sportwissenschaft/Training. Die Spezialisten dafür sind alle bei uns im Haus – was die Koordination um vieles erleichtert.

 

Wenn ein Athlet sich frisch verletzt, versuchen wir erstens so schnell es geht, mit dem bestehenden Netzwerk an Spezialisten, zu einer genauen Diagnose zu kommen und zweitens ein auf den Sportler und sein Umfeld abgestimmtes Programm zusammenzustellen, um ihm optimale Voraussetzungen für einen ordentlichen Heilungsverlauf bieten zu können. 

 

 

Du hast dich spezialisiert auf TCM. Gibt es eine spezielle Verbindung zwischen der TCM und der Sportmedizin bzw. welche positiven Leistungen bringt die TCM im Hinblick auf den Sport?

 

Ich beschäftige mich seit über 25 Jahren mit asiatischen Kampfsportarten und bin selbst sei über 25 Jahren als Judoka aktiv. Mit diesem Hintergrund habe ich vor ungefähr zehn Jahren parallel zu meinem Medizinstudium begonnen mich mit der traditionell chinesischen Medizin (TCM) zu beschäftigen.

 

Im medizinischen Alltag, bei der Behandlung von verschiedensten Erkrankungen, hat das mehr als 2200 Jahre alte System der TCM auch im Westen erfolgreich Fuß gefasst. Die populärste Methode der TCM, die Akupunktur, lässt sich bei Schmerzen und Erkrankungen des Bewegungsapparates erfolgreich einsetzen.

 

Besonders bei der Athletenbetreuung stoßen die Therapieformen der TCM auf steigendes Interesse, da nach genauer Diagnostik auf die individuellen Beschwerden und Wünsche des Sportlers eingegangen werden kann. Nicht nur eine verbesserte Performance sondern auch eine dauerhafte Gesunderhaltung des Athleten kann mit dieser Therapieform erreicht werden.

 

 

Welche therapeutischen Verfahren aus der TCM wendest du bei den Sportlern an?

 

Um der Ganzheitlichkeit jedes Athleten in seiner individuellen Verfassung (seelisch, geistig und körperlich) besser gerecht zu werden und die Betreuung auf seine Bedürfnisse genau abzustimmen, werden in unserem Sportmedizinischen Institut folgende Methoden von mir kombiniert erfolgreich angewendet: Akupunktur, Kräutertherapie, Moxibustion, Schröpfen, Ohrakupunktur, Tuina und Ernährungsberatung nach 5 Elementen.

 

 

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