Frederic Berthold – der Weg vom Abfahrer zum Skicrosser

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Frederic Berthold kommt ursprünglich aus dem alpinen Skibereich. Seine stärksten Disziplinen waren die Abfahrt und der Super-G. 2011 debütierte er im Weltcup, 2017 erreichte er mit Rang drei in der Lauberhorn-Kombination von Wengen den ersten Podestplatz, gleichbedeutend mit seinem bisher besten Weltcupergebnis. Nachdem der Montafoner für die Kaderselektion der Skisaison 2018/19 nicht berücksichtigt wurde, wechselte er das Metier und geht seither im Skicross an den Start. Dabei landete er im Europacup der Saison 2019/20 auf dem 2. Platz in der Gesamtwertung. Sein Weltcupdebut gab er in dieser Disziplin 2019 im Montafon.

 

Im Olympiazentrum arbeitet Fredi seit Jahren mit Kris Krause zusammen an seiner Athletik und ist Teil der Trainingsgruppe rund um unsere Boardercrosser. Die genetischen Voraussetzungen sind dabei natürlich unterschiedlich, wenn man Fredi z.B. mit den Hämmerle-Brüdern vergleicht. Die Veranlagung für Schnellkraft und Explosivität aber auch für den Aufbau von Muskelmasse wird manchen in die Wiege gelegt – andere müssen hart daran arbeiten, um Fortschritte in diesem Bereich zu erzielen. Im Umkehrschluss hat Fredi dafür seine Stärken im Ausdauerbereich, was wiederum für die schnellkräftigen Sportler*innen häufig schwierig ist.

 

Der Weg vom Abfahrer zum flexiblen, schnellkräftigen Skicrosser war bzw. ist kein einfacher. Dominieren in der Abfahrt ausschließlich statisch und exzentrische Belastungsstrukturen, gilt es im Skicross vielmehr dynamische Bewegungsabläufe exzentrisch als auch konzentrisch schnellkräftig umzusetzen. Neben diesen Unterschieden auf neuromuskulären Ebenen, geht es nun nicht mehr darum eine Belastungsdauer von 2 Minuten (+) durchzustehen, sondern vielmehr die/den Athlet*in auf wiederholt (bis zu 9 Läufe inkl. Qualifikations- und Trainingsläufe) hochintensive kürzere Läufe (max. 1 Minute) vorzubereiten. Die Entwicklung der Schnellkraft im Oberkörper für den im Rennen häufig entscheidenden Start, stellt hierbei aber die größte Herausforderung dar, da dieser Bereich im Rahmen des alpinen Trainings kaum Inhalt war. Aber Fredi machte sehr schnell sehr große Lernfortschritte im Crossbereich. Auch auf Schnee macht er nach Aussagen seiner Skicross-Trainer sehr viel wett durch seine herausragende Skitechnik“, erklärt Kris.

 

Die Ausbildung, die Fredi seit 2017 als Polizeischüler macht, stellt Kris zeitweise vor Herausforderungen: “Während den intensiven Ausbildungen die bei ihm in Blöcken stattfinden muss ich etwas rundum planen. Auch der Rucksack von Fredi muss stets mit einbezogen werden – der ist mit der Thematik Rücken bzw. Bandscheiben gefüllt, was sowohl unsere einzelnen Einheiten als auch die Periodisierung des Trainings betrifft. Fredi trainiert generell aber sehr gewissenhaft und organisiert und es macht riesigen Spaß mit ihm zu arbeiten“, so Kris.

 

 

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