RSVV-Sportdirektor Kai Nöster im Interview

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Das Coronavirus zwingt alle Kaderathleten des Ringsportverbands Vorarlberg zu einer Zwangspause. Wie lange nicht mehr auf der Matte gerungen werden darf, steht zum jetzigen Zeitpunkt nicht fest. Unterdessen hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Spiele von Tokio 2020 auf nächstes Jahr verschoben. Kai Nöster, RSVV-Sportdirektor und hauptamtlicher Landestrainer, stand Rede und Antwort.

 

War es die richtige Entscheidung, die Olympischen Spiele auf 2021 zu verschieben?

Nöster: Ja, absolut richtig.

 

Was bedeutet das für den RSVV? 

Nöster: Wir haben zu allererst Planungssicherheit. Durch die klare Botschaft und Aussage des IOC die Olympischen Spiele zu verschieben, wissen wir woran wir sind. Da Johannes Ludescher langfristig im Sportbundesheer ist, können wir nun ganz gezielt vorgehen. Primär stehen Kraft- und die Gewichtszunahme auf unserer Dringlichkeitsliste ganz oben. Als Ziel haben wir uns 122 bis 124 Kilo vorgestellt, was wir durch vermehrtes Krafttraining und einer sehr guten Ernährungsberatung erreichten möchten. Darüber hinaus werden wir die Ausdauerfähigkeit trotz Gewichtszunahme verbessern. Hinzu kommen technisch-taktische Maßnahmen mit passenden Trainingspartnern. Wir haben zwar jetzt ein Jahr mehr Zeit, was aber nicht bedeutet, dass wir uns Zeit lassen können. Es wird trotzdem eng werden, damit wir alles so erreichen, wie wir es uns vorstellen.

 

Wie hat Johannes Ludescher die Verschiebung der Olympischen Spiele aufgenommen?

Nöster: Sehr positiv. Er sieht wie ich den Mehrwert in der verbleibenden Zeit bis Tokio 2021.

 

Auf welchem Level steht Ludescher genau?

Nöster: Zur Weltspitze fehlen doch noch etwa 25 bis 30 Prozent. Trotzdem: Wir sind bisher sehr zufrieden mit ihm.

 

Im Juli ist die U23-Europameisterschaft in Wals angesetzt. Ist sogar dieses sportliche Highlight in Gefahr?

Nöster: Das befürchte ich. Das tut mir wirklich sehr leid, nicht nur für den ÖRSV, sondern auch für die Macher vor Ort um Toni Marchl. Über ein Jahr haben sie sich hineingehängt, immer wieder größere Probleme aus dem Weg geräumt. Und jetzt haben sie mit dem Coronavirus das wohl größte Problem überhaupt. Die Zeit wird knapp werden. Eine Verschiebung der U23-EM hat Toni Marchl kategorisch verneint. Wie hoch der Stellenwert der kontinentalen Titelkämpfe ist, zeigt doch die Besetzung von Franz Beckenbauer als Schirmherrn.

 

Momentan ist ein Training aufgrund des Coronavirus nicht möglich. Wann es wieder auf die Matte geht, ist nicht vorhersehbar. Hängen Sie als Sportdirektor und Trainer nicht auch in der Luft?

Nöster: Definitiv. Wir Ringer dürfen nicht ins Trainingslokal, geschweige denn überhaupt auf irgendeine Matte. Für alle Sportler ist dies eine harte Zeit. Wir haben uns vor der Ausgangssperre umorganisiert. Zusammen mit David Halbeisen kümmere ich mich um alle RSVV-Kaderathleten. Es wurden und werden Trainingspläne ausgearbeitet, welche nun alle von zu Hause aus bewältigen. Es gibt sogar Anleitungen und Videos, damit diejenigen, die daheim keine Sportgeräte haben, andere Übungen machen können. Jetzt ist Kreativität und Selbständigkeit gefragt.

 

Stehen trotzdem Planungen bevor? Irgendwie muss es ja weitergehen.

Nöster: Jetzt, wo das wichtigste Sportevent der Welt, die Olympischen Spiele, auf Sommer 2021 verlegt wurden, beginnt die neue Zeitrechnung und eben auch die neue Planung. Natürlich ist noch nicht alles konkret, aber vieles ist schon angedacht. Es hängt natürlich auch alles davon ab, wie die UWW die ausgefallenen Meisterschaften behandelt. Werden die ausgesetzten Turniere ersatzlos gestrichen oder auf einen anderen Zeitpunkt verschoben? Es bleibt spannend.

 

Quelle: Ringsportverband Vorarlberg

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