Sport und Immunsystem

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“You don’t have to be great to start, but you have to start to be great”  – Zig Ziglar

 

Ein aktiver Lebensstil kann die Gesundheit und die Lebensqualität bis ins hohe Alter erhalten. Außerdem kann er das Risiko für zahlreiche Krankheiten senken, den Alterungsprozess verlangsamen und bei vorhandenen Erkrankungen zum Behandlungserfolg beitragen. Empfohlen wird der allgemeinen Bevölkerung moderate körperliche Aktivität an mindestens 5 Tagen pro Woche für mindestens 30 Minuten. Jede Form der Belastung ab zehn Minuten zählt. Wöchentliches Kraft- und Koordinationstraining hilf Beschwerden des Bewegungsapparats vorzubeugen bzw. diese zu kontrollieren. Außerdem haben körperliche Aktivität und Sport einen belebenden Einfluss auf unser Immunsystem.

 

Akute sportliche Belastungen aktivieren das sympathische Nervensystem und die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse. Diese Prozesse führen auf der einen Seite zu einem Anstieg der weißen Blutkörperchen im Körper und zum anderen zu einer Freisetzung von Stresshormonen wie Katecholaminen und Glukokortikoiden. In Phasen intensiven Trainings berichten Athletinnen und Athleten vermehrt über Infekte der oberen Atemwege, welche auf eine stressinduzierte Freisetzung von Immunzellen zurückzuführen ist. Intensive und hochintensive Ausdauerbelastungen, insbesondere wenn sie bis zur Erschöpfung durchgeführt werden, führen zu einer Beeinträchtigung der Immunabwehr. So auch intensive Intervalltrainingseinheiten.

 

Demgegenüber wirken sich einmalige anaerobe Belastungen nicht wesentlich aus. Bei extensiven Belastungen bis zu einer Stunde und Belastungen von max. 30-minütiger Dauer bei maximaler Intensität von 100 Prozent der individuellen anaeroben Schwelle wird in der Nachbelastungsphase nahezu keine Beeinflussung des Immunzelltransports festgestellt. Die Veränderungen der Stresshormonspiegel sind nach solchen Trainings sehr gering. Ebenso führen einmalige, maximale anaerobe Belastungen nur zu geringen Zellkonzentrationsveränderungen der Immunzellen in der Nachbelastungsphase.

 

Regelmäßiges Training führt auch zur Funktionsverbesserung von Immunzellen (hier sind v.a. T-Zellen und natürliche Killerzellen zu nennen) über die gesamte Lebensspanne. Dieser immunregulatorische Effekt wirkt sich sehr positiv auf entzündungsassoziierten Erkrankungen, wie z.B.: Adipositas, kardiovaskuläre Erkrankungen und Diabetes mellitus Typ 2, aus.

 

In diesem Zusammenhang ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir versuchen, unser Aktivitätsniveau innerhalb der aktuellen empfohlenen Richtlinien zu gestalten. Sport kann nicht nur eine positive direkte Wirkung auf die Zellen und Moleküle des Immunsystems haben, sondern es ist auch bekannt, den negativen Auswirkungen von Isolationsstress auf verschiedene Aspekte der Immunität entgegenzuwirken.

 

Marc Sohm ist Leiter des Sportmedizinischen Instituts im Olympiazentrum Vorarlberg.

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