Online Coachings

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Expertenblog von Simon Nußbaumer, Mentalcoach im Olmpiazentrum Vorarlberg.

 

Fragestellungen:

1. Was sind die Vorteile von Online-Coachings?

2. Welche „key-success-factors“ gibt es, auf die im Online-Coaching mit Athletinnen und Athleten besonders geachtet werden sollte?

 

Eine Krise trägt oft dasselbe Muster in sich: Neben Risiken und Chancen, die auf einen zukommen ist man oft auch gezwungen, sich zu verändern und neue Wege zu gehen. So auch bei mir. Mit Online-Coachings konnte ich eigentlich nie wirklich viel anfangen und hatte diese bis dato auch so gut wie nie verwendet. Ich hatte immer gute Gründe dafür parat: Es ist zu unpersönlich, es kann kein Vertrauen aufgebaut werden, der Kunde ist nicht wirklich spürbar und schließlich und endlich: Funktioniert die Technik nicht, dann ist man sowieso völlig aufgeschmissen. Deshalb doch lieber im sicheren Hafen bleiben und weitermachen wie bisher. Und das obwohl – im Nachhinein betrachtet – dadurch eine Menge Chancen verspielt wurden.

 

Gerade bei Athleten, die oft unterwegs und zeitlich flexibel sein müssen, bietet das Online-Coaching sehr große Vorteile. Man ist kaum mehr an Orte oder Zeiten gebunden. Mühevolle An- und Abreisen entfallen. Das spart Zeit und Kosten. Fast überall steht ein Internet-Zugang zur Verfügung. Somit kann auf den Bedarf sehr rasch und einfach reagiert werden. Dies ist insbesondere dann sehr wertvoll, wenn gerade ein dringender Input notwendig ist. Darüber hinaus ermöglicht das Online-Coaching auch, dass ein Rhythmus in der Betreuung beibehalten werden kann, der gerade in der Wettkampfperiode sehr wichtig ist.

 

Auch in technischen Belangen steht kaum mehr etwas im Wege: Kameras sind mittlerweile fast schon in jedem Laptop oder Handy eingebaut. Von Mikrofonen und Kopfhörern ganz zu schweigen: Diese gehören zur Standardausrüstung eines jeden Handys und Laptops. Die technische Qualität erlaubt es mittlerweile auch, dass der Kunde in seiner Gestik, Mimik und Körperhaltung sehr gut wahrgenommen werden kann. Weiters verfügen viele Videokonferenz-Programme mittlerweile über Tools, wie bspw. White-Boards, die das Coaching sehr gut unterstützen können und auch kreative Prozesse erlauben. Außerdem können Online ganz einfach und schnell Fotos und Screen-Shots erstellt werden, die unmittelbar ausgetauscht werden können.

 

Schließlich und endlich sehe ich im Online-Coaching einen weiteren Vorteil darin, dass sich der Athlet in den eigenen Räumlichkeiten aufhalten kann. Dieser geschützte Rahmen ermöglicht möglicherweise einen offeneren Dialog. Außerdem erzeugt diese Form des Coachings Distanz, die die Sicherheit des Athleten auch fördern kann, wodurch es dem ein oder anderen sogar leichter fällt, gewisse Dinge anzusprechen, da die Hemmschwelle sinkt. Ähnlich kann es dabei auch dem Coach gehen. Durch die Distanz entsteht ein Raum, der vielleicht neue Fragen zulässt und damit beim Athleten neue Perspektiven ermöglicht.

 

Es gibt allerdings auch ein paar Dinge, die im Online-Coaching unbedingt berücksichtigt werden sollten: Mehr als sonst ist der Aufbau von Vertrauen ganz wichtig, da es in der Nutzung von Online-Coaching-Angeboten insbesondere national ab und an noch recht große Hemmungen gibt. Darüber hinaus ist es wesentlich, dass vorab kommuniziert wird, was der Kunde für den Termin braucht – bspw. an Schreibutensilien. Schließlich ist es notwendig, dass sowohl Coach als auch Klient sicher sind im Umgang mit der Technik. Denn jede Unterbrechung des Coaching-Gesprächs kann für beide Seiten sehr störend wirken. Video sollte nur benutzt werden, wenn eine ausreichend gute Qualität sichergestellt werden kann, denn der Hintergrund sollte beim Athleten Sicherheit auslösen. Zu guter Letzt gilt es zu beachten, dass ein Online-Video-Gespräch eine erhöhte Disziplin und Konzentration und damit von beiden Seiten Energie erfordert. Somit sind längere Coachings nicht sehr sinnvoll. Vom Umfang her empfiehlt es sich, nicht so viel einzuplanen, als in persönlichen Coachings. Erfahrungsgemäß kann weniger Inhalt vermittelt werden.

 

Abschließend kann gesagt werden, dass das Online-Coaching eine sehr wertvolle Ergänzung zu den Präsenz-Terminen darstellt und aufgrund der vielen zusätzlichen Herausforderungen denen Spitzen- und Leistungssportler ausgesetzt sind, nicht mehr wegzudenken ist.

 

Die im Netzwerk des Olympiazentrum Vorarlberg tätigen Sportpsychologen (Maria Rehberger, Madeleine Crane und Christian Uhl) verfügen über viel Erfahrung im Online-Coaching und stehen mit ihrer Expertise gerne zur Verfügung.

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muss neue Wege gehen.

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