Hypertrophie für die Psyche

    Hypertrophie für die Psyche 01

Wer sich bewegt bleibt jung und gesund – Körperliche Betätigung steht bekanntermaßen im Zusammenhang mit vielerlei positiven Effekten auf unsere Gesundheit, wie etwa einer längeren Lebenserwartung, einem verringerten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, Adipositas, Schlaganfälle und sogar Krebs (Lee et al., 2012). Zwar können uns Sport und Bewegung an sich nicht zu ewiger Jugend verhelfen, aber sie sind der sicherste Weg zu einem gesunden und hoffentlich langen Leben. Sind diese Vorteile auf das Körperliche beschränkt, oder gehen die positiven Effekte über unsere physische Gesundheit hinaus?

 

Mens sana in corpore sano – Ein gesunder Geist lebt in einem gesunden Körper. Zugegebenermaßen, Juvenal wird hier häufig missinterpretiert, dass ein gesunder Geist nur in einem gesunden Körper leben könne, aber ist vielleicht nicht trotzdem etwas dran an der Sache?


Wer Sport macht kennt das Gefühl: nach dem Sport ist man ausgeglichener, motivierter und zufriedener mit sich selbst. Das allgemeine Wohlbefinden steigt immens. Belege für dieses subjektive Empfinden kommen von Chekroud et al. (2015). In ihrer Studie mit Daten von über einer Million US-Amerikaner*innen, konnte gezeigt werden, dass Personen, die Sport betreiben, weniger Tage erleben, an denen sie sich psychisch ungesund fühlen, als ihre weniger sportlichen Kolleg*innen. Penedo & Dahn (2005) beschreiben noch detaillierter wie genau sich unsere psychische Verfassung verbessert: Neben der Verringerung von Symptomen einer Depression oder Angsterkrankung, hebt sich die Stimmung, der Selbstwert steigt und sogar altersbedingte kognitive Leistungsverringerungen werden eingedämmt.

 

Dass körperliche Betätigung uns auch psychisch gesund hält, scheint anhand der Datenlage also ausreichend gesichert. Trotzdem ergeben sich hier Fragen, wie man aus seiner körperlichen Betätigung auch das Maximum an für die eigene psychische Gesundheit herausholen kann:

 

  • Sind alle Sportarten gleich gut für die psychische Gesundheit?

Laut Chekroud et al. senken zwar alle untersuchten Sportarten die Anzahl an Tagen, an denen wir uns psychisch ungesund fühlen, allerdings nicht im gleichen Ausmaß. Am wohlsten mit ihrer psychischen Gesundheit fühlen sich Personen, die populäre Teamsportarten (wie etwa Fußball) betreiben, Radfahren oder das Fitnessstudio besuchen. Aber auch Sportarten wie Joggen, Winter- oder Wassersportarten, Yoga und viele weitere üben klare positive Effekte auf unser Gemüt aus.

  • Gibt es zu viel Sport?

Sowohl hinsichtlich der physischen aber auch der psychischen Gesundheit lautet die Antwort hier: ja! Wer seinen Körper zu sehr strapaziert wird am Ende meist mit Muskel- oder Gelenksschmerzen oder langanhaltender Erschöpfung bestraft. Insbesondere unerfahrene Personen überschätzen ihre körperliche Leistungsfähigkeit zu Beginn. Hier ist Vorsicht geboten, denn diese physische Überreizung wirkt sich auch negativ auf unser geistiges Wohlbefinden aus. Die besten psychischen Effekte konnten bei einer Dauer von 45 Minuten und einer Frequenz von 3 bis 5 Mal pro Woche festgestellt werden. Mehr und länger Sport zu treiben führt also nicht automatisch zu einem höheren psychischen Wohlbefinden. Auf den eigenen Körper zu hören und diesen nicht über seine Grenzen hinaus zu fordern, kommt also auch unserem psychischen Wohlbefinden zugute.

 

Daniela Schallner ist gebürtige Vorarlbergerin, wohnt in Graz und absolviert an der dortigen Karl-Franzens-Universität den Master Psychologie (Schwerpunkt Klinische Psychologie). Sie absolviert derzeit ein Praktikum unter primärer Anleitung von Madeleine Eppensteiner. In diesem Zusammenhang arbeitet sie auch eng mit Simon Nußbaumer und dem Olympiazentrum Vorarlberg zusammen. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wer etwas verändern will,

muss neue Wege gehen.

Olympiazentrum Vorarlberg

UNSERE ATHLETEN SOCIAL MEDIA