ALL-IN: ELISABETH KAPPAURER

    ALL-IN: ELISABETH KAPPAURER 01

Seit Mai 2016 werden 10 Athleten vom Olympiazentrum Vorarlberg intensiv betreut. Der Begriff „All in“ leitet sich entfernt vom Pokern ab – mit einem wesentlichen Unterschied: Es geht nicht um ein Glücksspiel sondern darum, dass jemand alles einsetzt, was er oder sie hat. Wie die 10 Athleten das genau machen, haben sie uns in der ALL-IN-Portraitserie verraten, in der wir sie genauer unter die Lupe genommen haben.

 

ELISABETH KAPPAURER

 

 

Hintergrundinfos/Facts…

 

  • Elisabeths größte Erfolge bisher waren der Juniorenweltmeister-Titel in der Superkombination 2014 und Weltcupstarts im Riesentorlauf 2015 und 2016 (Sölden)
  • Im Dezember 2015 zog sich Elisabeth eine Knorpelfraktur im Knie zu. Im Januar 2016 eine Mittelfußknochenfraktur.
  • Athletiktrainer Philip Konnerth: ‚Lisi ist ein echtes Arbeitstier. Sie schindet sich im Kraftraum und auf dem Berg, wie keine Zweite. Nach ihrer viermonatigen Reha-Phase haben wir im April mit dem Training begonnen und sie bis dato auf ein sehr gutes körperliches Niveau gebracht, von dem sie nun in der Weltcupsaison profitieren kann‘.
  • Durch ihre lange Reha-Phase war Elisabeth seit Dezember 2015 nahezu durchgehend im Olympiazentrum und hat fast täglich zwei Trainingseinheiten absolviert. Sie wird von Philipp Konnerth auch gerne mal als ‚Maschine‘ bezeichnet.

 

 

 

Nachgefragt…

 

  1. Was bedeutet Spitzensport für dich?

Spitzensport ist, wenn ich jeden Tag zum Training gehe. Wenn ich am Morgen aufstehe und genau weiß, was ich zu tun habe und jeden Tag mein Bestes gebe.

 

  1. Worin liegt der Unterschied zwischen einem guten Sportler und einem Spitzensportler?

Bei einem Spitzensportler geht es um so viel mehr als nur um den Sport an sich. Ich muss nicht nur Skifahren, sondern es beginnt bei der Ernährung und hört beim Psychologen auf. Ich glaube das macht den Unterschied aus.

 

  1. Wie sieht dein Trainingsalltag bzw. dein Trainingspensum aus?

Ich beginne um 08:00 Uhr mit dem Training und verbringe drei Tage in der Woche im Kraftraum. Ich versuche vielseitig zu trainieren – vor allem mit Hanteln. Ansonsten gehört Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination natürlich auch zu meinem Training. Bei Skifahrern gehört auch ein Mittagsschlaf dazu, den wir vor allem nach dem Training auf der Piste brauchen, bevor es am Nachmittag nochmals ans Trainieren geht.

 

  1. Auf was verzichtest du aufgrund des Spitzensports?

Ich habe das Glück, dass mich und mein Freund die gleiche Leidenschaft verbindet. Er ist Skitrainer beim deutschen Team. Natürlich geht Zeit mit meiner Familie verloren, aber sie sind sehr Sport- und Skibegeistert. Sie sind sehr stolz auf mich und stehen immer hinter mir.

 

  1. Was sagst du zum Begriff ‚Olympia Tourist‘?

Jeder muss das Beste aus sich herausholen. Jeder muss jeden Tag trainieren. Ich würde niemandem unterstellen, dass er einfach nur zu Olympia fährt und die Qualifikation dafür einfach so aus dem Ärmel schüttelt.

 

  1. Welche Schlagzeile würdest du am liebsten über dich lesen?

‚Kappaurer ist in der Weltspitze angekommen‘

 

  1. Wenn du kein Sportler wärst, welchen Beruf würdest du dann ausüben wollen?

Ich wäre wahrscheinlich Volksschullehrerin geworden. Ich möchte nach meiner Karriere die Pädak besuchen.

 

  1. Wer hat den größten Einfluss auf dich? Warum?

Im Grunde genommen ich selbst. Außerdem habe ich seit drei Jahren meinen Freund Hannes. Der kennt mich manchmal besser als ich mich selbst.

 

  1. Was ist dein größter Traum in Bezug auf deine sportliche Karriere?

WM Medaille und Olympia Medaille.

 

  1. Welcher der 10 All-In Athleten steht dir am nächsten? Wem traust du am meisten zu?

Eva Pinkelnig. Sie ist ein bisschen älter als ich und ich schätze ihre Art und ihr Durchsetzungsvermögen im Team sehr. Ich glaube da kann ich viel von ihr lernen. Im Training ist es auch eine Bereicherung jemanden bei sich zu haben, der kein Skifahrer ist.

 

 

Vervollständige…

 

Meine Lieblingsbeschäftigung außerhalb vom Sport ist…Zeit mit meiner Familie zu verbringen, draußen in der Natur zu sein und mit dem Longboard zu fahren.

Mein Ritual vor Wettkämpfen ist…Ich tausche mich gerne noch mit anderen Rennläuferinnen aus, aber beim Aufwärmen bin ich gerne für mich alleine. Danach werden die Skischuhe zugemacht, ich packe meine Stöcke und los geht’s.

Gegen Nervosität hilft…Mein Servicemann. Der sagt mir was ich noch zu tun habe und er weiß genau was ich drauf habe.

In den Wahnsinn treibt mich…Wenn etwas unfair ist. Und wenn ich für etwas keine Erklärung finde.

Glück bedeutet für mich…Dass ich jeden Tag aufstehen kann und zum Training oder auf die Piste fahren kann. Dass ich gesund bin. Das ist mir nach dem Unfall von Björn (Sieber), den ich gut kannte, umso mehr bewusst geworden.

Ein Laster von mir ist…Nutella.

An dem Ort in dem ich lebe begeistert mich…Die Natur! Wenn ich aus meinem Haus gehe ist alles grün und das schätze ich sehr.

Das verrückteste Erlebnis in meiner sportlichen Laufbahn war…Ich finde es immer wieder verrückt wenn mich Leute fragen was ich beruflich mache. Wenn ich nämlich antworte ‚Ich bin Spitzensportler‘, ist die Reaktion meist ‚Und was machst du sonst noch?‘. Nur die Wenigsten können nachvollziehen, was das eigentlich bedeutet.

In meinem Kühlschrank darf nie fehlen…Eis. Und eine Snackbox.

Der beste Song aller Zeiten ist…‚Auf uns‘ von Andreas Bourani

 

 

Wordrap…

 

Motivation – jeden Tag

Ehrgeiz – sollte nicht übertrieben sein, aber gehört dazu

Vorbild – Papa

Soziale Medien – wichtig für Sponsoren

Sponsoren – super Sache

Karriere – froh, dass ich da bin wo ich bin, es gibt danach aber auch noch ein Leben

Konkurrenten – ich hoffe auch Freunde

Popularität – bis zu einem gewissen Grad toll, ich bin aber auch froh, wenn ich in Ruhe shoppen gehen kann

 

Einblick in meine sportliche Welt: www.elisabeth-kappaurer.at

 

Hier geht es zum ALL-IN Interview von Christian Hirschbühl.

 

 

 

 

 

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